Der   Bürgerverein   Kempen-Hagelkreuz   e.V.   ist,   wie   das   Hagelkreuz   selber,   das   seine   Wurzeln   in   einer   ab   1962 entstehenden   Wohnsiedlung   für   die   in   Grefrath   stationierten   belgischen   Streitkräfte   hatte,   relativ   jung.   Die damals   so   benannte   „Neue   Stadt“   war   der   erste   Kempener   Stadtteil,   der   anders   als   Tönisberg   und   St.   Hubert, die   über   Jahrhunderte   gewachsene   Orte   sind,   am   Reißbrett   entstanden   war.   Hier   ließen   sich   Ende   der   1960er Jahre neben Kempenern aus der Altstadt auch viele ortsfremde Neubürger nieder. Ein   Viertel   mit   offener   Bebauungsstruktur,   großen   Grünflächen   in   einer   Mischung   aus   Hochhäusern   –   den   ersten in   Kempen   –      mehrgeschossigen   Wohnblocks   und   Einfamilienhäusern   gab   es   bis   dahin   in   der   Stadt   nicht.   Diese Mischung   unterscheidet   das   Hagelkreuz   von   den   reinen   Einfamilienhaus-Monokulturen,   die   sich   später   nach   und nach   um   den   alten   Kempener   Stadtkern   gruppierten.   Die   Bebauungsvielfalt   ist   auch   ein   Garant   für   eine   gesunde Mischung verschiedener Bevölkerungsschichten und Ethnien. Den    Anstoß    zur    Vereinsgründung    im    Jahre    1998    gab    der    damals    gerechtfertigte    Eindruck,    dass    unser Wohngebiet   ein   ungerechtfertigt   schlechtes   Image   habe.   Schon   der   Name   schien   das   Viertel   von   der   Altstadt abzukoppeln.   Man   fühlte   sich   als   „Bürger   zweiter   Klasse“   schlicht   von   der   Politik   und   von   der   Verwaltung   im Kempener    Rathaus    vernachlässigt.    Imageverbesserung    und    Einsatz    für    konkrete    Verbesserungen    der Wohnqualität   im   Hagelkreuz   sind   und   waren   die   Hauptanliegen.   Eine   wichtige   Voraussetzung   zur   Umsetzung dieser   Ziele   ist   die   strikte   Überparteilichkeit   des   Vereins.   Der   Bürgerverein   will   nicht   vorrangig   Dienstleister sein,   sondern   die   Bürger   in   ihren   Aktivitäten   unterstützen,   wenn   nötig   seine   guten   Kontakte   zu   Politik   und Verwaltung    einsetzen    und    das    „Wir-Gefühl“    des    Hagelkreuz    stärken.    Auch    dank    des    Einsatzes    des Bürgervereins ist die Etablierung des Namens „Hagelkreuz“ statt „Neue Stadt“ gelungen. Mit   dem   von   den   Schildern   an   allen   Einfahrtsstraßen   grüßenden   freundlichen   Hochhaus,   unserem   von   Kindern aus    dem    Hagelkreuz    entworfenen    Logo,    sind    die    vermeintlich    hässlichen    Hochhäuser    des    Viertels    zu Sympathieträgern    und    Identifikationsfiguren    geworden.    An    dem    vom    Bürgerverein    seit    1998    auf    dem Concordienplatz      organisierten      Bürgerfest      beteiligen      sich      unter      anderem      Kindergärten,      Schulen, Kirchengemeinden    und    die    Stadt    Kempen.    Es    hat    sich    dank    des    Engagements    Vieler    im    reichhaltigen Veranstaltungskalender   der   Stadt   einen   festen   Platz   erobern   können.   Durch   den   Einsatz   des   Bürgervereins konnte    die    Umgestaltung    des    Concordienplatzes    mit    einem    von    Wasserläufen    flankierten    Stelenpaar,    das symbolisch   die   Verbindung   zur   Innenstadt   herstellt,   gekrönt   werden.   Die   von   Mitgliedern   des   Bürgervereins gestaltete   Stadtteilzeitung   „Stadtklatsch“,   die   zweimal   im   Jahr   in   einer   Auflage   von   3000   Stück   erscheint   und an   alle   Haushalte   verteilt   wird,   befasst   sich   mit   den   Themen   und   Menschen   im   Viertel.   Sie   versteht   sich   als Sprachrohr und Identifikationsstifter.
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