Auf dem freien Feld nordwestlich der Stadt, an der Einmündung des Stendener Weges in die Straße nach Aldekerk,  stand hier auf einer kleinen Erhebung spätestens seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein wahr- scheinlich aus Holz angefertigtes Hagelkreuz. Für das Jahr 1643, während der hessischen Belagerung Kempens im 30- jährigen Krieg, findet sich die Nachricht, dass die auf protestantischer Seite kämpfenden hessischen Soldaten bei dem Versuch, das Hagelkreuz niederzulegen, scheiterten. Vorsorglich trugen es die Bürger daraufhin ab und konnten es nach Abzug der hessischen Besetzung (1649) an gleicher Stelle wiedererrichten. Josef Reuter schreibt zum Hagelkreuz, dass dort sowohl während des dreißig-jährigen Krieges als auch in der Franzosenzeit (1794 bis 1815) Soldaten beigesetzt wurden. Auf einem nicht genordeten Flureinteilungsplan der Bürgermeisterei Kempen von 1826 trägt dann die Feldflur nordwestlich des Kreuzes den Namen „Hagelkreuz“.
                    Bürgermeisterei Kempen, Flureiteilungsplan 1826 Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland – BR 0146 Nr. Ü 171 (Ausschnitt) Das heutige steinerne Hagelkreuz wurde 1853 errichtet. Die Sockelplatte aus Basaltstein trägt in einer Spitzbogen- rahmung die Inschrift: Im Kreuz ist Heil Th.[omas] V.[on] K.[empen] II 12. Die Schriftzüge auf den anderen Seiten sind nicht mehr lesbar. Darüber erhebt sich ein Postament aus Sandstein, auf dessen Vorderseite steht: (Ihr) alle die ihr vorüber-geht, am Wege, gebet Acht und schauet, ob ein Schmerz gleich sei meinem  Schmerz, Jerem. Klagel. 1.12. Über dem Postament erhebt sich das Kreuz aus Trachyt, der Korpus ist wieder aus Sandstein angefertigt. Leider ist der Name des Bildhauers, der wahrscheinlich aus Kempen stammte, nicht bekannt. Das Hagelkreuz war über Jahrhunderte Ziel der Ostermontagsprozession der Gemeinde St. Mariä Geburt. Die letzte Restaurierung führte der Kempener Steinbildhauer Manfred Messing 2002 durch; am 28. September wurde es von Werner Rombach, dem damaligen Pfarrer an Christ-König, neu eingeweiht.  Mit der laufenden Nummer 122 ist es seit 1988 in der Denkmalliste der Stadt Kempen eingetragen. 2011 musste die wohl zeitgleich mit der Kreuzaufstellung  gepflanzte Blutbuche leider gefällt werden. Der Bürger- verein stiftete, unterstützt durch eine Einzelspende, im März 2013 einen zwanzig Jahre alten Nachfolgebaum, der sich seitdem gut entwickelt. Er hat also alle Chancen, so mächtig und alt zu werden wie sein Vorgänger. Eva-Maria Willemsen
Das Kempener Hagelkreuz Namensgeber für die Feldflur und unser Wohnquartier (zuerst veröffentlicht im Stadtklatsch 1 - 2018)
Das Kempener Hagelkreuz, 1911 (Foto: Erwin Quedenfeldt , Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, urn:nbn:de:hbz:061:1-253344)
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